ACHIM BOOTH   LAND ART
  • Land Art Achim Booth – Wasser 1Energiefindung . Waalweg . Südtirol . 2017

    Wie macht man die fortwährende Energie des Wassers sichtbar? Man stellt etwas Stabiles dazu in Kontrast und lässt das Wasser beim Aufeinandertreffen und Umfließen neue Wege finden. Man errichtet etwas Fragiles und erwartet, wie das Wasser es auflöst und mit sich nimmt. Oder man baut etwas, um die Energie des Wassers aufzunehmen. Ein Wasserrad. An einem der Südtiroler Waalwege, die zur Bewässerung der Weinberge und Obsthänge angelegt wurden, entstand ein gleichzeitig fragiles kleines Bauwerk aus Ästen, Gräsern und Rinde. Durch die ungleichmäßige Verteilung der Rindenschaufeln hat die Bewegung etwas rührend Zögerliches, ein Innehalten nach jedem Schub, bis das Wasser in die nächste Schaufel greift. Wir wollten sichtbar machen und keine Maschine bauen.

    Land Art Achim Booth – Wasser 1b
  • Land Art Achim Booth – Wasser 3Bachmalerei 1 . Bach . Bolkam . 2019

    Einen kleinen Damm aus bemoosten Steinen bauen. Oder einen gebogenen Ast auf die Wasseroberfläche legen. Dem Wasserlauf sind das keine Hindernisse. Aber was der Bach mit sich trägt, beginnt sich an diesen Stellen zu sammeln. Aus den gesammelten Blütenblättern des Tages, die man im Oberlauf des Baches einstreut, malt sich der Bach seine eigenen Bilder. Entfernt man dann nur einen kleinen Teil des Hindernisses, löst sich das Gemälde auf und nur einige Farbreste, die sich an den Ufern verhängen, erinnern noch an den Vorgang.

    Land Art Achim Booth – Wasser 3a
  • Land Art Achim Booth – Wasser 4Bachmalerei 2 . Bolkam . 2019

    Im späten Nachmittagslicht, das zur Eile mahnt, bis es in die Dämmerung übergeht, wird der Bachlauf schwarz und lässt die Farben leuchten.

    Land Art Achim Booth – Wasser 4a
  • Land Art Achim Booth – Wasser 6Anaconda . Schwebebrücke . Flussschlange . Mangfall . 2019

    Anaconda. Am Rand eingesetzt dauert es nicht lange, bis sich der Fluss dieses Stückchen Ufer geholt hat. Die Wucht der Strömung kann der Anaconda, an den Grund geklammert, beinahe nichts anhaben . Bis sie im Frühjahr wieder aufgetaucht ist. Die abgetrockneten Steinrücken, zur Hälfte über Wasser jetzt, schimmern weiß im Sonnenlicht. Der wilde Fluss hier lebt mit Wetter und Jahreszeiten. Manche der Markierungen, die die Künstler setzen, nimmt er mit sich, manche lässt er zurück, immer in Veränderung.

    Schwebebrücke. Wie eine Kinderwippe auf dem Spielplatz senkt sich der in der Schwebe befindliche Ast mit den letzten Steinen beschwert zum Ufer und stellt die Verbindung zur Insel her. Eine unbegehbare Brücke.

    Flussschlange. Ein kurzlebiger Zeitgenosse. Possiert für das Foto und lässt sich gleich danach flussabwärts treiben.

    Land Art Achim Booth – Wasser 6a