ACHIM BOOTH   LAND ART
  • Land Art Achim Booth – Stein 2Grand Parade . Ardèche . 2019

    Die große Parade in strenger Ordnung aus Rundheit, Farbigkeit und Größe steht und fällt mit dem allerletzten gesetzten Stein.

    Land Art Achim Booth – Stein 2b
  • Land Art Achim Booth – Stein 3Mauerquadrat . Gorges du Verdon . 2019

    Zunächst ist da die Wahl des Ortes. Der einlädt, etwas zu tun. Hier ist es dieser glattgewaschene Felsen, der wie ein Podest im Wasser steht, mitten im Getöse. Und an der Uferböschung das abfallende Geröll aus zersplitterten gar nicht glatten Steinen, wie von einem Mauerbauer flachgeklopft. Die sich jetzt wie ein Teil einer Wand aufbauen, geschichtet wie viele der Steinhütten und unzähligen Mauern in der Umgebung.

    Land Art Achim Booth – Stein 3b
  • Land Art Achim Booth – Stein 4Gravity . Ardèche (oben) . überall (unten) . 2019

    Der Vorgang des Ausbalancierens. Zuerst den richtigen Ort finden, der sich zumeist von selbst findet. Steine finden, nach Rundung, Flachheit, Gewicht, Farbe. Einen Basisstein stabil auf Fels stellen. Das Ausbalancieren. Den kleinen Unebenheiten nachspüren, die eine mögliche Verbindung versprechen. Stein auf Stein in den Längsachsen, die ohne jegliche Stabilität zu sein scheinen. Den unteren haltend, im Stein darüber die Mitte suchen, durch die die Balance, die Schwerkraft läuft. Der Moment des Übergangs. Die Instabilität weicht einer Möglichkeit. Nur noch geringe Ausschläge des Pendelns. Dann der Augenblick, in dem alles zur Ruhe kommt. Der Stein verlässt die Hand und geht in einen wie selbstverständlich erscheinenden Zustand aus Ruhe und Schwere, als ob es nie etwas anderes geben würde. Solange sich die Erde um die Steine herumbewegt, hält dieser Zustand ewig. Er ist aber so trügerisch und angreifbar, dass der Turm im nächsten Augenblick nach dem fast unendlich langen davor wieder in sich zusammenstürzen kann.

    Land Art Achim Booth – Stein 4b
  • Land Art Achim Booth – Stein 5Little People . Sardinien . 2019

    … sind plötzlich da, verschwinden, werden unsichtbar und tauchen ganz plötzlich an Stellen auf, an denen man sie nicht vermutet hätte. Sie passen sich perfekt ihrer Umgebung an, einer rauhen zerklüfteten Felslandschaft. Eine ausgewogene sehr vornehme Gesellschaft, dem ersten Anschein nach grau, sind sie, wohlgeformt und garnicht zerklüftet, von völlig unterschiedlicher Gestalt und Farbigkeit, und ein geradezu buntes Völkchen beim näheren Hinsehen.

  • Land Art Achim Booth – Stein 6Kettenreaktion . Südtirol . 2019

    Der Fluss hat marmorweiße Steine rundgewaschen und unter Geröll versteckt, das sich zwischen den schwarzgrauen Felsblöcken verteilt hat. Die Perlenkette bildet die Grenze vom letzten Wellenschlag zum Trockenen. Zwei Phasen. Zuerst bildet eine Reihe „unordentlicher“ heller Steine je nach Standpunkt des Betrachters – oder der Kamera – eine korrespondierende Linie zu der Reihe der abgerundeten. Ein Spiel des Sehens. Dann ändert sich die Konstellation vor dem wilden Wasser mit dem Balanceakt dreier kantiger Steine. Die zweite Linie ins Wasser flussabwärts verlegt bildet jetzt eine optische Abgrenzung. Ein spannungsvolles Szenario mit dem Wissen um die kurze Dauer des scheinbar stabilen Zustands.

    Land Art Achim Booth – Stein 6b